Neue Grippe:  Erneut ansteigende Fallzahlen

 

Mit Beginn der saisonalen Grippesaison steigt in Deutschland die Zahl der Schweingrippe-Erkrankungen erneut an. Anders als bei der ersten Influenza A/H1N1-Welle, rechnet das Robert Koch-Institut (RKI) in den kommenden Wochen mit einer erhöhten Anzahl schwerer und auch tödlicher Krankheitsverläufe. 

 

 

H1N1 Virus

 

 

Deutlich früher als bei der saisonalen Influenza üblich, steigt derzeit die Zahl von Grippeerkrankungen – verursacht durch das neue Influenza A/H1N1-Virus in Deutschland rasch an. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtete(1), verzeichnen insbesondere Bayern und Nordrhein-Westfalen für diese Jahreszeit untypisch hohe Erkrankungsraten. Ausgehend von den rasanten Krankheitsanstiegen und verstärkt schweren Verläufen in anderen europäischen Ländern rechnen Experten auch für Deutschland mit einem weniger milden Verlauf der zweiten Influenza A/H1N1-Welle.

 

Erhebliches Virulenzpotential

Obgleich Virologen das H1N1-Virus aufgrund seiner genetischen Eigenschaften noch immer als niedrig pathogen einstufen, bescheinigen sie der Virusvariante – ausgehend von ersten Tierstudien – dennoch ein erhebliches Virulenzpotential. Zwar sind im bisherigen Verlauf der Pandemie keine Mutationen des H1N1-Virus nachgewiesen worden, wie aus dem aktuellen Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Institutes hervorgeht, lässt dieser Umstand aber nicht zwangsläufig auf eine große Stabilität der Virusvariante schließen. Vielmehr sei es eher so, dass sich Infektketten oftmals dynamisch entwickeln und die hohe Veränderungsfähigkeit der Influenzaviren neue Virusvarianten mit höherer viraler Fitness sehr wahrscheinlich machten. Da bei Influenzaviren die Vermehrungsfähigkeit mit der Schwere der Erkrankung korreliert, muss nach Ansicht des RKI mit neuen Varianten mit erhöhter Pathogenität und ggf. Resistenzmechanismen gerechnet werden. 

 

Präventionsmaßnahmen weiterhin wichtig

Angesichts der zu erwartenden Entwicklung sind medizinische Einrichtungen einmal mehr in der Pflicht – gemäß den gesetzlichen Vorgaben – entsprechende Maßnahmen zur Infektionsverhütung zu ergreifen.
Wie erfolgreich Infektionsprävention – abseits von Impfungen – bei der Verdrängung des neuen Grippeerregers sein kann, belegen aktuelle Studien (3,4,5).

 

Demnach reduzieren Maßnahmen wie:

  • eine sorgfältige Händehygiene(Händewaschen bzw. das in medizinischen Einrichtungen obligate Einreiben alkoholischer Hände Desinfektionsmittel),
  • Atemschutzmasken
  • das Isolieren von Erkrankten,

die Ausbreitung respiratorischer Viren.

 

Aktuelle Einschätzungen des Robert Koch-Institutes zum gegenwärtigen Stand, konkrete Empfehlungen zur Prävention sowie zum Vorgehen bei Verdachtsfällen von Infektionen mit dem A/H1N1 Virus erhalten Sie unter www.rki.de.

Eine umfangreiche Informationsmappe der BODE Chemie zur neuen Influenza A/H1N1 mit ausführlichen Details zu Hygienemaßnahmen und Produktempfehlungen können Sie hier herunterladen.

 

Quellen:

(1) Epidemiologischer Wochenbericht des Robert Koch-Instituts zur Situation der Influenza A/H1N1, Kalenderwoche 45. Woche 2.-8.November 2009 (Datenstand: 10.November 2009, 8.00), www.rki.de

(3) Epidemiologisches Bulletin des Robert Koch-Institutes Nr.41, 12.Oktober 2009, www.rki.de

(4) Grayson et.al.: Efficacy of Soap and Water and Alcohol-based Hand Rub Preparations against Live H1N1 Influenza on the hands of Human Volunteers. Clin Infect Dis 2009; 48:285-291

(5) Jefferson et.al: Physical interventions to interrupt or reduce the spread of respiratory viruses:systematic review. BMJ 2008; Jan12; 2336(7635):77-80.